Neustart in der BW-Liga

  05.03.2026    Judo Info Bundesliga Männer 1
TSB Ravensburg zieht Judoteam aus der 2. Bundesliga zurück – Neustart in der BW-Liga Ravensburg. Nach dem starken dritten Platz in der 2. Judo-Bundesliga und dem sicheren Klassenerhalt im Vorjahr schlagen die Judoka des TSB Ravensburg sportlich bewusst einen ruhigeren Kurs ein:

Die Mannschaft wird zur neuen Saison aus der 2. Bundesliga zurückgezogen und startet künftig in der Baden-Württembergliga – der dritten Liga in Deutschland. „Wir wollen wieder mit unseren eigenen Jungs auf der Matte stehen können“, lautet die klare Linie der Verantwortlichen.

Der Schritt ist vor allem eine Konsequenz aus veränderten Rahmenbedingungen. In den vergangenen beiden Jahren hatte der TSB Ravensburg wertvolle Unterstützung aus dem Judozentrum Heubach erhalten. Gerade die zweite Reihe war häufig mit Kämpfern von der Ostalb besetzt – ein sportlicher Baustein, der in der kommenden Saison wegbricht. Denn: Heubach wurde in der zurückliegenden Saison Baden-Württembergischer Meister und stieg selbst in die 2. Bundesliga auf. Damit war früh klar, dass die Athleten künftig nicht mehr parallel für Ravensburg zur Verfügung stehen werden. (jz-heubach.de)

Hinzu kommt eine Herausforderung, die viele ambitionierte Amateurteams trifft: Ausbildung und Studium lassen kaum Spielraum für regelmäßige Kampftage quer durch Deutschland. Fast alle Ravensburger Leistungsträger sind bundesweit im Studium – zwei Athleten befinden sich zudem zumindest zeitweise im Ausland. „Vom Judosport kann niemand leben und selbstverständlich muss jeder Athlet seinem Studium oder seiner Ausbildung die höhere Priorität geben“, sagt TSB-Trainer Uli Rothenhäusler.

Als wäre die Lage nicht schon anspruchsvoll genug, hat das Team auch sportlich einen herben Rückschlag zu verkraften: Topscorer Matteo Gruber (bis 60 Kilogramm) erlitt einen Kreuzbandriss und fällt damit für das gesamte Jahr aus. In der Summe führte das zu der Entscheidung, lieber einen Schritt zurückzugehen – und dafür als Mannschaft wieder planbar, geschlossen und mit eigener Identität aufzutreten.

Auftakt in Esslingen – gleich ein Härtetest

Der erste Kampftag der BW-Liga führt die Oberschwaben am 14. Februar nach Esslingen. Dort warten mit TV Mosbach, Gastgeber KSV Esslingen, dem BC Offenburg und dem PS Karlsruhe gleich mehrere Schwergewichte. Besonders pikant: Mit dem KSV Esslingen trifft Ravensburg auf einen Verein mit ganz großer Visitenkarte – Esslingen wurde 2023 Deutscher Meister in der Judo-Bundesliga der Männer.  
„Mit der BW-Liga haben wir immer noch eine sportlich sehr anspruchsvolle Liga. So kämpfen wir gleich am ersten Kampftag gegen den KSV Esslingen, 2023 Deutscher Meister“, betont Rothenhäusler.

Bundesliga bleibt im Blick

Ganz ohne 2. Bundesliga geht es für die Ravensburger Topjudoka dennoch nicht: Sechs Athleten des TSB starten in diesem Jahr zusätzlich in den Farben des Judozentrums Heubach in der 2. Liga. Die Kooperation bleibt damit sportlich eng – nur eben mit klaren Rollen und realistischen Erwartungen.

Und auch die Erinnerung an die jüngsten Höhepunkte bleibt: „Der dritte Platz in der 2. Bundesliga im Jahr 2024 war der absolute Höhepunkt einer sehr langen Entwicklung und hatte uns sehr stolz gemacht“, sagt Rothenhäusler. Jetzt folgt die nächste Etappe – eine, die weniger glamourös klingen mag, für den Verein aber nachhaltig sein soll: Ravensburg setzt auf Verlässlichkeit, Nachwuchs und den sportlichen Anspruch, den die BW-Liga weiterhin garantiert.

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